WAV-Dateiformat
WAV ist unkomprimiertes Audio: Jeder Abtastwert bleibt genau so erhalten, wie er aufgenommen wurde. Es ist das Arbeitsformat der Studios und der sichere Eingang für jeden Editor.
oder hierher ziehen · Bilder, Video, Audio und Dokumente · bis zu 2 GB
Was ist WAV?
WAV (Waveform Audio File Format) wurde 1991 von Microsoft und IBM als Teil der RIFF-Containerfamilie definiert. In einer WAV-Datei steckt fast immer rohes PCM — eine direkte Zahlenaufzeichnung der Schallwelle, 44.100-mal pro Sekunde mit 16 Bit für CD-Qualität. Kein Encoder entscheidet, was bleibt, und genau deshalb nehmen Profis darin auf und schneiden darin.
Der Preis ist die Größe. Stereo in CD-Qualität kostet rund 10 MB pro Minute, ein Album also ein halbes Gigabyte und ein einstündiges Interview 600 MB. WAV erbt von RIFF zudem ein 32-Bit-Größenfeld, das eine einzelne Datei auf 4 GB begrenzt — etwa sechseinhalb Stunden CD-Stereo, eine Grenze, an die lange Aufnahmen tatsächlich stoßen.
Ein standardisiertes Tag-System besitzt WAV nicht. Interpret, Cover und Titelnummer haben im Format keinen verlässlichen Platz, weshalb Musikbibliotheken aus WAV-Dateien leer wirken. Nutzen Sie WAV zum Aufnehmen, Schneiden und Mastern; für verlustfreie Ablage mit Tags nehmen Sie FLAC, für die Verbreitung MP3 oder AAC.
| Endung | .wav |
|---|---|
| Kategorie | Audio |
| MIME-Typ | audio/wav |
| Erschienen | 1991 |
| Entwickelt von | Microsoft, IBM |
| Kompression | Keine (unkomprimiert) |
WAV: häufige Fragen
- Warum sind WAV-Dateien so groß?
- Weil nichts komprimiert wird. Jeder Abtastwert der Wellenform wird vollständig geschrieben: etwa 10 MB pro Minute Stereo in CD-Qualität. Ein MP3 desselben Materials ist rund zehnmal kleiner, weil sein Encoder verwirft, was das Ohr voraussichtlich nicht bemerkt.
- Verbessert die Umwandlung von MP3 in WAV den Klang?
- Nein. WAV bewahrt originalgetreu, was es bekommt, inklusive des Schadens, den der MP3-Encoder bereits angerichtet hat. Sie erhalten eine zehnmal größere Datei, die identisch klingt. Sinnvoll ist das nur, wenn eine Software zwingend unkomprimiertes Material verlangt.
- Welche Abtastrate und Bittiefe soll ich wählen?
- 44,1 kHz mit 16 Bit ist CD-Standard und für fertiges Audio ausreichend. Nehmen Sie mit 48 kHz und 24 Bit auf, wenn das Material geschnitten wird: Der zusätzliche Spielraum sorgt dafür, dass Pegelfehler und Bearbeitung nicht sofort Qualität kosten. Über 96 kHz bringt keinen hörbaren Vorteil.
- Warum bricht meine WAV-Datei bei 4 GB ab?
- Der RIFF-Container speichert die Datengröße in einem 32-Bit-Feld, das nicht mehr als 4 GB ausdrücken kann. Das sind etwa sechseinhalb Stunden Stereo in CD-Qualität. Lange Aufnahmen brauchen ein dafür gebautes Format wie RF64, W64 oder einfach FLAC.
- Kann eine WAV-Datei Cover und Tags enthalten?
- Nicht verlässlich. WAV hat kein standardisiertes Metadatenschema, deshalb schreiben Programme Tags auf inkompatible Weise oder ignorieren sie ganz. Wenn Sie eine verlustfreie Datei wollen, die Interpret, Album und Cover behält, nehmen Sie FLAC.
- WAV oder FLAC zum Speichern meiner Musik?
- Fast immer FLAC. Das Audio ist identisch, die Datei 40-50 % kleiner, Tags und Cover funktionieren richtig. WAV lohnt sich nur dort, wo ein bestimmtes Werkzeug nichts anderes akzeptiert.